Rechtskenntnisse schaden nur dem, der keine hat. Das gilt auch am Bau. Testen Sie Ihre Kenntnisse im Baurecht. Bedenken Sie, dass die Antworten nur erste Orientierung bedeuten. Es kommt immer auf den Fall an.

 

1.

Unter welchen Voraussetzungen kann ein Bauunternehmer für Baumängel in die Haftung genommen werden?

Die Haftung ergibt sich aus §§ 4, 13 VOB/B, wenn die Allgemeine Vertragsbedingungen für die Ausführungen von Bauleistungen VOB Teil B vereinbart ist, ansonsten aus §§ 633 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Meistens wird eine Haftung begründet, wenn der Bauunternehmer die allgemein anerkannten Regeln der Bautechnik nicht einhält oder kurz formuliert, wenn Ist- und Sollbeschaffenheit am Bauwerk auseinanderfallen.

2.

Kann der Bauherr auch den bauleitenden Architekten in die Haftung nehmen?

Der bauleitende Architekt kann etwa haften, wenn er einen Mangel des bauausführenden Unternehmens übersehen und damit seine Überwachungspflicht verletzt hat. Häufig kann der Architekt dann den Bauunternehmer in Regress nehmen.

3.

Was sind die anerkannten Regeln der Bautechnik?

Unter den anerkannten Regeln der Bautechnik verstehen die Baujuristen häufig solche Bautechniken, die wissenschaftlich anerkannt, den maßgeblichen Bautechnikern bekannt sind und sich aufgrund der Erfahrung als technisch geeignet, angemessen und notwendig anerkannt durchgesetzt haben.

4.

Welche Bedeutung kommt der DIN bei der Haftung von Bauunternehmen und Architekt zu?

Soweit die DIN als Stand der Technik akzeptiert wird, begründet ein Verstoß dagegen häufig, wenngleich nicht immer, Gewährleitungsansprüche des Bauherrn. Auf einen konkreten Schaden oder eine Einschränkung von Funktionen an dem Bauwerk kommt es dann nicht immer an.

5.

Was ändert sich im Baurecht ab dem 1.1.2018?

Ab 2018 greifen viele Neuregelungen im privaten Baurecht. So kann der Verbraucher vom Verbraucherbauvertrag innerhalb einer bestimmten Frist zurücktreten. Im Architektenrecht steht der Gesetzgeber den Bauherren bestimmte Kündigungsrechte zu. Der Bauunternehmer hat erweiterte Möglichkeiten, Abschlagzahlungen zu verlangen. Das Haftungsrecht für Bauteile wurde geändert. Es lohnt sich, die neuen Regelungen genau kennen zu lernen.

6.

Was kostet ein Baurechtsstreit bei einem Streitwert von 20.000,- €, wenn ein Gutachten (3.000,- €) eingeholt wird und man sich in 2. Instant schließlich einigt?

Die Kosten des Gerichts, des Sachverständen und der Anwälte beziffern sich auf rund 16.500,- €.